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168 km Wüste

       

168 km Wüste

MARKUS SÜSSE UND DER "DESERT CUP"
(zitiert aus der RNP vom 12. Oktober 2002)

Laufen für ein krankes Kind
Coburger quält sich 168 Kilometer durch die Wüste, um Siebenjährigem zu helfen

VON MICHAEL RÖDEL

Zwei Coburger
laufen 168 Kilometer durch die Wüste - für ein Kronacher Kind, das an einer unheilbaren Knochenmarkerkrankung, der Fanconi-Anämie, erkrankt ist.

COBURG - 168 Kilometer mitten durch die jordanische Wüste führt der „Desert Cup“ - im Prinzip ein Sportwettkampf. Doch: „Es geht nicht um die Zeit, es geht ums Überleben“, sagt Markus Süße. Vor Jahresfrist hat er den 4-fach-Wüsten-Marathon, den man „mit einem normalen Marathon einfach nicht vergleichen kann“ in rund 50 Stunden bewältigt. Als ihn damals seine Frau am Flughafen empfing, erschrocken über sein ausgemergeltes Gesicht, konnte er kaum noch laufen. „Nie wieder, nie wieder“, soll er ihr gesagt haben.

Jetzt wird er doch wieder am Start stehen, zusammen mit seinem Partner Michael Schulz. Die Motivation der beiden: Sie laufen für ein Kind aus Kronach, das an einer unheilbaren Knochenmarkerkrankung - der Fanconi-Anämie (FA) - leidet.

In drei Wochen fällt in Petra, dem berühmten und aus den „Indiana Jones“ Filmen bekannten jordanischen Ausgrabungsort, der Startschuss für die beiden Coburger. 64 Kilometer durchs Gebirge, dann noch einmal 104 Kilometer durch die Wüste - immer mit einem zwölf Kilogramm schweren Rucksack auf dem Rücken. Schlafsack, Kleidung und Verpflegung gehören zum Gepäck für eine Strecke, die in 62 Stunden bewäligt werden muss. 13 Kontrollpunkte warten auf den 168 Kilometern, und an jedem die Möglichkeit, sich mit Wasser zu verpflegen oder eine Ruhepause einzulegen.

Süße gesteht, dass ihn langsam der „Bammel“ überfällt, „vor allem wenn ich an mein schmales Trainingspensum denke“, das er neben seinem Job in der Versicherungsbranche noch ableisten konnte. Dass er mit seinem Vorhaben schon eine erkleckliche Summe für die Deutsche Fanconi-Anämie-Hilfe locker machen konnte, hilft ihm über so manche Motivationslöcher hinweg.

Wenn man den Extremsportler fragt, was so faszinierend am Wüstenmarathon sei, bekommt man die Antwort: „Ich kann gar nicht erklären, warum man das eigentlich macht. Die Umgebung, die Wüste, die Leute - man läuft miteinander und nicht gegeneinander.“ Vor ein paar Jahren hatten Schulz und er zeitgleich eine TV-Reportage über den „Marathon des Sables“ in Marokko gesehen und sich sofort gesagt: „Das machen wir auch.“ 2000 sind beide dann mit einem Vereinskollegen dort gestartet. Der „Desert Cup in Jordanien gefällt Süße aber noch besser als der marokkanische Wüstenschocker: „Die jordanische Wüste ist einfach traumhaft schön.“

Auf dem Weg durch die Wüste sind die Sportler extremen Bedingungen ausgesetzt. Die Schlafpausen an den Kontrollpunkten sind kurz, gelaufen wird Tag und Nacht, die Temperaturspanne reicht von null bis über 30 Grad. Blasen, Entzündungen und Schmerzen gehören zum Pflichtprogramm: „Man weiß nie, was da auf einen zukommt“, sagt Süße. Laufen ist - mit dem Rucksack auf dem Rücken und dem weichen Sand unter den Füßen - nur auf einem kleinen Teil der Strecke möglich. Ins Ziel kann man aber auch kommen, wenn man „nur“ marschiert. Und ins Ziel kommen wollen Schulz und Süße auf jeden Fall.


Hoffen auf weitere Sponsoren

Auf die Idee, Sponsorengelder zu sammeln und diese dann ganz konkret in der Region zu spenden, kam Süße im vergangenen Jahr. Er machte sich bei Kollegen und Ärzten kundig und stieß in Kronach auf einen Fall der bisher fast völlig unbekannten Erkrankung, für die es sich seiner Meinung nach zu laufen lohnt. Das inzwischen siebenjährige Kronacher Kind kam ohne Daumen und mit einer Fehlbildung des Darmausgangs auf die Welt, bevor im vergangenen Jahr die erschreckende Diagnose „FA“ gestellt wurde. Seit mehreren Monaten erhält das Kind Androgene zur Linderung der Symptome, leidet aber auch unter starken Nebenwirkungen der Medikamente.

Durch den gemeinsamen Start in Jordanien hier helfen zu können, freut Schulz und Süße besonders - vor allem, weil beide nicht mehr nur für sich selbst laufen, sondern eben auch für ein krankes Kind. Der Spruch „Ich laufe für ein knochenmarkerkranktes Kind in Oberfranken“ ziert den Rücken ihrer Lauf-Shirts.

Schulz tankt gerade an der Ostsee auf, um in Jordanien fit zu sein. Am 26. Oktober werden die beiden in Sondershausen einen „Untertage-Marathon“ bestreiten und sich am 31. Oktober im Coburger Klinikum einem letzten medizinischen Check unterziehen. Dann geht es Richtung Flughafen - und am 5. November auf die Strecke von Petra nach Wadi Rum. Übrigens freut sich Süße dort auch auf einen Plausch mit einem alten Bekannten, der sich erstmals der Herausforderung eines Wüstenmarathons stellen will: Joey Kelly von der „Kelly-Family“.

Markus Süße und Michael Schulz hoffen auf weitere Sponsoren, die ihr Vorhaben zu Gunsten der Fanconi-Anämie-Hilfe und des in Kronach erkrankten Kindes unterstützen wollen. Süßes Traum wäre es, jetzt noch einen Sponsor zu finden, der für jeden gelaufenen Kilometer der beiden Marathonis einen Betrag an die FA-Hilfe überweist - es wäre „eine zusätzliche Motivation, sich bis ins Ziel zu quälen“.



5. November - 23.00 Uhr (MEZ - mitteleuropäische Zeit)
Anruf von Markus Süße aus der jordanischen Wüste:

"Die ersten 72 km sind geschafft, aber die Füsse sind blutig, die Nacht ist dunkel und kalt, die Temperatur liegt bei 2 Grad minus. Aber Aufgeben gilt nicht, die Hälfte ist fast schon geschafft, auf jeden Fall soll der nächste Stützpunkt angelaufen werden."


6. November - 8.00 Uhr (MEZ)

Telefonat mit der Ehefrau von Markus Süße in Coburg


Markus Süße und Michael Schulz sind die Nacht nach dem Anruf noch 24 km weitergelaufen, haben kurze Pause gemacht nachdem sie die Berge hinter sich gelassen haben und haben jetzt noch 71 km ebene Wüste vor sich bis zum Ziel. Die Nacht war extrem hart für beide. Aber die Stimmung der beiden war jetzt am Morgen wieder besser. Im Moment liegen sie noch gut in der Zeit. Sie würden gerne die Schuhe wechseln, aber wegen der Gewichtsbeschränkung konnten sie keine Ersatzschuhe im Gepäck mitnehmen.



6. November - 23.50 Uhr (MEZ)
SMS der Ehefrau von Markus Süße in Coburg


Sieg !!! Zieleinlauf Markus Süße um 23:45 Uhr MEZ. Markus ist super: 39,5 Std. für 162 km Wüste! "Füsse gibt es nicht mehr" (Markus). Michael ist noch unterwegs. Läuft, wenn`s klappt in 3-4 Stunden ein!!!


7. November - 20.30 Uhr (MEZ)
Anruf von der FA-Interessengemeinschaft Kronach


Auch Michael Schulz ist nach 168 km Marathon durch die Wüste am Vormittag im Ziel eingetroffen und es geht ihm gut.


8. November - NEUE PRESSE KRONACH

168 km durch die Wüste
KRONACH/COBURG - Der Coburger Markus Süße hat es geschafft: Beim diesjährigen "Desert-Cup" in Jordanien lief er nonstop in 39 Stunden und 53 Minuten durch die Wüste. Am Mittwoch um 23.45 Uhr kam er am Ziel an - mit blutigen Füßen. Auf den letzten 15 Kilometern wusste er, dass er unter der Zeit bleiben kann, die er sich selbst gesteckt hat - unter 40 Stunden. Am Schluss, sagte er, hat mich nur noch das Kind getrieben", für das Süße den Wüstenmarathon gelaufen ist. Ein an Fanconi-Anämie, einer unheilbaren Knochenmarkerkrankung leidender Kronacher Junge. Für die Behandlung stellt Süße von seinen Sponsorengeldern rund 5.000 Euro zur Verfügung. Am Samstag wird Markus Süße zurückerwartet.



Lesen Sie hier eine Veröffentlichung zum Lauf von Markus Süße und Michael Schulz von einem der Sponsoren:

Autohaus Am Eichberg GmbH, Ihr Honda -Vertragshändler in Sonneberg und Coburg, 96515 Sonneberg, Gleisdammstr. 1 96487 Dörfles-Esbach, Mühlenweg 4

Autohaus "Am Eichberg" zusammen mit Markus Süße in der Wüste für fanconikranke Kinder

Das Engagement, kranke Kinder zu unterstützen liest man oft. Aber dafür nach Jordanien zu fliegen und noch einen 168 km Non-Stop Lauf durch die Wüste bei Durchschnittstemperaturen von 35 C zu absolvieren, kommt nicht allzu häufig vor. Wir wurden neugierig und wollten mehr erfahren. So lernten wir Markus Süße kennen. Er erklärte uns, dass er auf eine sehr seltene Krankheit aufmerksam wurde, die sog. Fanconi-Anämie. Diese Krankheit ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die oft tödlich verläuft und für die leider bis heute nur sehr geringe Heilungschancen bestehen. Die Kinder, die an dieser Krankheit erkrankt sind, leiden an angeborenen Beeinträchtigungen wie Fehlbildungen der Nieren, Harnleiter, Magen-Darmtraktes, Herzfehler etc. Markus Süße erklärte weiter, dass durch das geringe Interesse in der Öffentlichkeit und auch aufgrund der sehr selten auftretenden Krankheit für Forschung auf diesem Gebiet kein Geld zur Verfügung gestellt wird. Wir wollten unbedingt helfen und erklärten uns bereit, den Markus Süße bei seinem Engagement finanziell zu unterstützen. Zusammen mit Markus Süße fanden sich weitere engagierte Läufer zusammen. Alle wollten mit einem äußerst außergewöhnlichem Lauf auf diese Krankheit aufmerksam machen: ein Nonstop-Lauf über 168 km durch die Jordanische Wüste. Markus Süße hatte nur eine Motivation: fanconi-kranken Kindern in Deutschland eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihresgleichen sucht. Er scheute dabei keine Mühen und Qualen und erlitt selbst unsägliche Pein. Markus Süße schaffte das, wovon andere nicht mal träumen können. Er durchlief in 39:56 h Stunden mit nur 2 h Schlafen die Jordanische Wüste. 168 km in Hitze, Sonne, Dunkelheit, allein bepackt mit einem Rucksack, der für ihn alles Überlebensnotwendige enthielt. 40 Stunden mit dem Wissen, dass für ihn danach das Leiden zu Ende sein wird, die Kinder aber lebenslang mit der Krankheit leben müssen. Sämtliche Gelder von Spendern und Sponsoren gingen ausschließlich an die Fanconi-Forschung über.


LAUFEN UM ZU LEBEN
In einem informativen und zugleich ergreifenden Erlebnisbericht hat Michael Schulz aus Coburg inzwischen seine Erfahrungen und Eindrücke während des 168 km langen Wüstenmarathons geschildert. Wenn Sie dieser Bericht interessiert, klicken sie bitte hier: [ Erlebnis 168 km Wüste ]



DIE DEUTSCHE FANCONI-ANÄMIE-HILFE BEGLÜCKWÜNSCHT MARKUS SÜSSE UND MICHAEL SCHULZ UND SAGT IHNEN EIN HERZLICHES DANKESCHÖN FÜR IHREN GROSSARTIGEN EINSATZ!!!

EBENFALLS EIN HERZLICHES DANKESCHÖN AN ALLE AKTIVEN DER FANCONI-ANÄMIE-INTERESSENGEMEINSCHAFT KRONACH UND ALLE SPONSOREN!!!

 

 

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Copyright © 2002 Deutsche Fanconi-Anämie-Hilfe e.V.

Stand: 25. November 2002