Ich möchte helfen | ß zurück | Was ist Fanconi-Anämie?

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BEI FANCONI-ANÄMIE
Gerät für Berlin
                      Fotokollage: Reinhard Kalb, Universität Würzburg

Mit Hilfe eines neuen 80.000 Euro
teuren Spezial-Gerätes
an der Universität Würzburg
könnten bei mehr
FANCONI-ANÄMIE-KINDERN

als bisher
die für das Entstehen ihrer Krankheit
verantwortlichen MUTATIONEN

identifiziert werden!!!

Die Krankenkassen übernehmen für
die bislang weitestgehend "von Hand"
durchgeführten teuren Spezialuntersuchungen
fast niemals die Kosten.
Bitte helfen Sie unserer
Deutschen Fanconi-Anämie-Hilfe,

die dringend benötigten 80.000 Euro
für dieses Gerät
zusammen zu bekommen!


Die Arbeit mit einem Wave-Gerät würde den Mitarbeitern im Institut für Humangenetik an der Universität Würzburg unter Leitung von Prof. Dr. Detlev Schindler ermöglichen, bei erheblich mehr Kindern mit Fanconi-Anämie in kürzerer Zeit die für ihre bedrohliche Krankheit verantwortlichen Fehler (Mutationen) in ihren Blutproben festzustellen.

Einer der vielen Vorteile eines modernen Wave-Gerätes ist, dass es z. B. abends mit Untersuchungsproben bestückt werden kann, und dann über Nacht oder parellel zu anderen Arbeiten im Labor automatisch die ihm aufgetragenen Aufgaben erledigen kann.

Das zuverlässige Aufspüren der von der Mutter und vom Vater eines FA-Patienten vererbten ursächlichen Fehler im Fanconi-Anämie-Gen (Mutationen im väterlichen und mütterlichen Allel) ist in mehrfacher Hinsicht wichtig:

1.) Bestätigung der Untergruppenzuordnung
Bislang sind 8 verschiedene Untergruppen von Fanconi-Anämie entdeckt worden. Nur wenn bei einem Patienten beide Mutationen in dem bei ihm zur Krankheit führenden Fanconi-Anämie-Gen zweifelsfrei gefunden werden konnten, kann die durch eine vorherige "Vektorenanalyse" gefundene Untergruppenzugehörigkeit sicher belegt werden. Fehlt noch eine der beiden Mutationen oder fehlen gar beide, bleibt immer eine Unsicherheit, ob die Vektorenanalyse tatsächlich zum richtigen Ergebnis geführt hat.


2.) Ausschluss oder Bestätigung eines "Mosaiks"
Zur sicheren Beurteilung, ob bei einem FA-Patienten ein Mosaik vorliegt oder nicht (kranke und genetisch spontan korrigierte Zellen im Knochenmark nebeneinander), ist es extrem wichtig, der Frage einer möglichen Rückmutation (genetische Selbstkorrektur) in einer oder mehrerer Zelllinien des Knochenmarks direkt in dem betreffenden Fanconi-Anämie-Gen seiner Untergruppe nachzugehen.

Nur wenn sich mindestens eine der Fanconi-Anämie-Mutationen, die in früher entnommenen Blutzellen des Patienten noch sicher nachweisbar waren, durch Rückmutation genetisch korrigiert hat, kann man sicher von einem Mosaik ausgehen. Dieser Patient hat dann wie seine Eltern nur noch ein defektes Gen in den untersuchten Zellen, das andere ist gesund geworden und kann die Arbeit für das kranke Gen mit übernehmen.

Vor allem, wenn ein solches Mosaik in allen Zelllinien des Knochenmarks durchgehend bestätigt werden kann, können Patienten und Eltern hoffen, dass die Korrektur bereits in einer sogenannten "pluripotenten Knochenmarkstammzelle" stattgefunden hat und sich deshalb in allen nachfolgenden Blutzellsystemen fortgesetzt hat und auch Bestand behält.

Andererseits drängen vor allem Knochenmarktransplanteure auf sichere Ergebnisse der Mutationsanalyse, bevor sie für einen Patienten mit konkreten Planungen für eine Knochenmarktransplantation (KMT) beginnen. Nicht richtig entdeckte oder nicht zu 100 Prozent ausgeschlossene Mosaike können zu Fehlentscheidungen hinsichtlich einer eventuell geplanten KMT bzw. zu schweren Komplikationen bei nicht richtig gewählten Dosierungen bei der Konditionierung (medikamentöse Vorbereitung auf die KMT) führen.

3.) Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Diagnostik)
Immer mehr Fanconi-Anämie-Familien wünschen sich nach einem kranken noch ein oder mehrere gesunde Kinder und planen bewusst eine Schwangerschaft mit der Perspektive, den heranwachsenden Embryo in etwa der 12. bis 15. Schwangerschaftswoche auf das mögliche Vorliegen einer Fanconi-Anämie untersuchen zu lassen.

Im Gegensatz zur Chromosomenbruchanalyse, die früher die einzige Fanconi-Anämie-Nachweis- bzw. Ausschlussmöglichkeit für vom Embryo gewonnene Blutzellen dargestellt hat und bei der Fehldiagnosen nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden konnten, gilt die gezielte Suche nach den Mutationen (soweit sie vom kranken Geschwisterkind bekannt sind) als ausgesprochen sicher.

Enthalten die Zellen des Embryos keine Fanconi-Anämie-Mutationen oder nur eine der beiden, wird das Kind gesund zur Welt kommen. Dies ist bei dem Erbgang, der auf die Fanconi-Anämie zutrifft, glücklicherweise in 3 von 4 Schwangerschaften der Fall.

Da manche Mutationen in den Fanconi-Anämie-Genen ausgesprochen schwer zu finden sind und es manchmal viele Tage bis Wochen dauern kann, bis sie bei einem bestimmten Patienten zuverlässig identifiziert worden sind, ist es wichtig, die Mutationen bereits vor einer weiteren Schwangerschaft in der Familie zu kennen.

4.) Suche nach den noch unentdeckten Fanconi-Anämie-Genen
Bei FA-Patienten, die bislang noch zu keiner Untergruppe zugeordnet werden konnten, weil sie zu einer der restlichen noch unentdeckten FA-Untergruppen gehören, sind Mutationsanalysen in der zuvor beschriebenen Form nicht denkbar. Da bei ihnen das defekte Gen noch nicht bekannt ist, in dem nach fehlerhaften Abweichungen gesucht werden muss, gleicht die Mutationsanalyse bei diesen Patienten in ganz besonderem Maße einer Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Dennoch bedeutet gerade bei Fanconi-Anämie-Patienten mit noch unentdeckten Genen die Mutationsanalyse die einzige Chance, aus tausenden oder gar hunderttausenden möglicher genetischer Abweichungen unter mehreren Verwandten einer betroffenen Familie solche Mutationen und Gene herauszufiltern, bei denen es sich tatsächlich um bislang noch nicht entdeckte zur Fanconi-Anämie führende genetische Abweichungen handeln könnte.

Auch im Zusammenhang mit dieser für alle Fanconi-Anämie-Patienten extrem wichtigen Grundlagenforschung, die von dem Institut in Würzburg im Verbund mit einer kleinen Zahl anderer spezialisierter Fanconi-Anämie-Forschungszentren international sehr engagiert vorangetrieben wird, kann sich ein über Nacht automatisch nach Mutationen suchendes Wave-Gerät als von unschätzbarem Wert erweisen.


Als Eltern der betroffenen Kinder wollen wir gemeinsam mit unseren Verbündeten, Förderern und Spendern über unsere Deutsche Fanconi-Anämie-Hilfe e.V. versuchen, die 80.000 Euro, die dieses Gerät einschließlich der Computerprogramme für die Auswertung kosten wird, durch das Hoffest in Heilbronn und weitere Spenden- und Benefizaktionen deutschlandweit aufzubringen.


   Berliner Arbeitsgruppe
Prof. Dr. med. Detlev Schindler vom Institut für Humangenetik der Universität Würzburg
(links im Bild) erläutert Verantwortlichen der Deutschen Fanconi-Anämie-Hilfe wichtige
Hintergründe der Fanconi-Anämie-Diagnostik und -Forschung in seinem Labor
(v.l.n.r. Birgit Schmitt, Hans-Georg Dahm, Ralf Dietrich, Cornelia Thron). Der Einsatz
eines Wave-Gerätes könnte die Effektivität bei der Suche nach den Fanconi-Anämie-
Mutationen entscheidend verbessern.



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